Ein lebensbejahendes und naturverbundenes Zeitalter

Weitgehend unbekannt: Das Mittelalter war ein „helles Zeitalter“, naturverbunden und lebensbejahend, bevor die starke Frau unterjocht und ihr Bild zerstört wurde, um einem neuen Bild einer „starken Frau“ zu weichen, nämlich der erwerbstätigen Frau, welche danach strebt, „ihren Mann zu stehen“, bzw. wie ein Mann zu sein.

Zitat der Gastautorin Terra Andra: „Der lebensbejahende Charakter des Mittelalters, die Freude und Lust am Leben sind Ausdruck der noch unmittelbaren Naturverbundenheit der Menschen, deren Leben im gleichen Rhythmus abläuft, wie in mutterrechtlichen Zeiten“.
Zitat von Steffen Schnieders, von „Deutschland im Mittelalter DE“: „Das mittelalterliche Frauenbild wurde vor allem durch die antiken Philosophen, wie Aristoteles und Hippokrates, sowie natürlich durch die Bibel geprägt“.

elisabeth
Bild/Quelle: http://deutschland-im-mittelalter.de/Bevoelkerung/Frauen
Adresse: Deutschland-im-Mittelalter.de   –   Dort wird bestätigt, dass unser verbreitetes Bild der Frau im Mittelalter zum Teil völlig unzutreffend ist. – Mehr: Unten.

Von Terra Andra:

„Frauen im Mittelalter – Das helle Zeitalter“ von Barabara Gröschke, taz 23.09.80, S. 9:“

Kriege, Epidemien, Hungersnöte, Leibeigenschaft, Gewalt gegen Frauen – diese Bilder bestimmen unsere Vorstellung vom `finsteren Mittelalter`. Die Autorin des folgenden Beitrags fand bei ihrer Arbeit über die Situation der Frauen im Mittelalter heraus, daß lediglich die negativen Zustände am Ende des Mittelalters auf den ganzen Zeitabschnitt übertragen werden. Im Gegensatz zu diesem düsteren Bild beschreibt sie eine Gesellschaft, in der Frauen dominieren oder völlig gleichberechtigt mit den Männern leben und arbeiten Der folgende Artikel ist ein kleiner Ausschnitt aus dem Beitrag der Autorin für die Sommeruni. (…) Das Mittelalter kennt keine Einsamkeit. In einer Zeit, in der sich die Menschen in Gemeinschaften zusammenschließen, sei es in Großfamilien, dörflichen und städtischen Gemeinden, in Männerverbänden und reinen Frauengemeinschaften, ist niemand allein. Das ganze Leben ist auf Gemeinsinn und auf das Beisammensein ausgerichtet. Ein Netz von Beziehungen prägt den Alltag, bestimmt das gemeinsame Handeln und sorgt für einen ständigen Austausch von Gesprächen, Begegnungen und Besuchen. Ein egozentrisches Ich-Denken steht dem kollektiven mittelalterlichen Lebensstil völlig entgegen.“
Noch nix mit:“Teile und herr_sche!“
„Der lebensbejahende Charakter des Mittelalters, die Freude und Lust am Leben sind Ausdruck der noch unmittelbaren Naturverbundenheit der Menschen, deren Leben im gleichen Rhythmus abläuft, wie in mutterrechtlichen Zeiten.
Die über das ganze Jahr verteilten Feste im Naturkreislauf lassen das Leben nie langweilig werden. Bei diesen vielen Höhepunkten des Jahres stehen die Frauen im Mittelpunkt. Sie sind die ersten, die als geschlossene Frauengemeinschaft durch ihre besondere Verbundenheit mit der Natur die Feste beginnen, ehe das ganze Volk sich ihnen anschließt (…)“
Langer Artikel! Weitere Untertitel:
„Spinnstuben als Frauenzentren – Impulsität & Selbstbewusstsein – Macht und Wissen – Gleichstellung der Frau im städtischen Handwerk“
„Impulsität & Selbstbewusstsein – Eines der Horrormärchen, die über das Mittelalter verbreitet werden, ist, daß die Frauen im Mittelalter wehrlos und absolut der Willkür und Tyrannei der Männer ausgeliefert sind. Erst gegen Ende des Mittelalters werden die Frauen für ihr Wissen und ihre Macht erfolgreich verfolgt. Historiker übertragen diese Situation auf das ganze Mittelalter.
Doch wer sich mit dem Charakter und der Lebensart des Mittelalters näher beschäftigt, muß bemerken, daß das Bild von den wehrlosen Frauen nicht stimmt. Das Züchtigungsrecht der Kirche hat im Mittelalter genauso wenig Erfolg wie ihre Bemühungen, die Verehrung des Volkes von Maria weg und auf Christus hinzulenken. Das Volk hatte seine eigenen Anschauungen. Natürlich gibt es im Mittelalter Gewalt gegen Frauen, wie heute auch. Aber im Gegensatz zu heute wehren sich die Frauen gegen Angriffe von Männern in allen Bereichen des Lebens, einschließlich der Ehe, auch körperlich meist sehr erfolgreich. Sie sind nicht die armen Opfer der brutalen, geilen Männer.
In der Zimmerschen Chronik aus dem 16. Jahrhundert wird von einem Abt berichtet, der auf ein schönes, junges Mädchen im Dorf scharf ist. Unter einem Vorwand bestellt er das Mädchen ins Kloster und lockt es in sein Zimmer hinauf. Seine Diener, die von dem Vorhaben des Abtes wissen, ziehen sich zurück und lassen das Mädchen mit dem Abt allein. Dieser schiebt sofort, nachdem die Diener den Raum verlassen haben, den Riegel vor die Tür und macht Anstalten, das Mädchen zu vergewaltigen. Als das Mädchen merkt, was der Abt vorhat, wird sie aber nicht starr vor Schreck und ergibt sich ihrem Schicksal, sondern weiß sich sehr wohl zu helfen. Sie ergreift mit beiden Händen die Hoden des Abtes“ 😉„und drückt sie mit Leibeskräften zusammen.“ 😉 „Dem Geistlichen wird dadurch ein solcher Schlag versetzt, daß er, fast ohnmächtig (…) sich gegen das Mädchen nicht wehren kann. Mit einem jämmerlichen Geschrei ruft er nach seinen Dienern. Die können ihm aber nicht helfen, weil er selbst ja die Tür von innen verriegelt hat.“ 😉 Da er mit seinem Geschrei nicht aufhört, brechen sie die Tür mit Gewalt auf, um ihren Abt zu retten.
Das junge Mädchen hat ihm sein `Geschirr` so zerdrückt und zugerichtet, daß er die Hilfe eines Chirurgen benötigt und sich noch lange Zeit solch unmönchischem Benehmen enthalten muß.
Die Frauen wissen um ihre Kräfte und setzen sie gezielt gegen Männer ein. Aus dem Ende des Mittelalters sind uns zahlreiche Urkunden überliefert, in denen Frauen dafür bestraft werden, daß sie Männer verprügelt haben. In einer Zeit, in der sich Frauen untereinander noch verbunden fühlen, schließen sie sich auch zusammen, um auf körperlicher Ebene ihre Interessen durchzusetzen. (…)“

***

Zitat aus „Deutschland-im-Mittelalter.de“,
wo das Bild wohl auch stark von der Bildung und vom Stand der jeweiligen Familie abhängt:

Über Frauen im Mittelalter gibt es nur wenige Quellen und

Informationen. Und wenn, dann meist aus der Oberschicht. Es gibt nur wenige Zeugnisse darüber, wie Frauen im Mittelalter allgemein gelebt haben. Man kann lediglich sagen, dass die Frauen nicht so schwach und ängstlich waren, wie es gerne dargestellt wird.

Sie standen ihren Männern ehrenhaft und tatkräftig zur Seite – sei es bei der Arbeit oder dem Vergnügen. Schon damals waren Frauen ein starkes Geschlecht, das dieselben Aufgaben und Tätigkeiten übernahm, die auch ein Mann hatte. Es gab aber auch schwache, unterwürfige und ruhige Frauen. Allerdings kann man davon ausgehen, dass diese dann von ihrem Mann unterdrückt wurden.  (…)

Das mittelalterliche Frauenbild wurde vor allem durch die antiken Philosophen, wie Aristoteles und Hippokrates, sowie natürlich durch die Bibel geprägt. Mehr: http://deutschland-im-mittelalter.de/Bevoelkerung/Frauen

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